Wie mein beruflicher und persönlicher Weg mich dorthin geführt hat, Menschen in schweren Lebensabschnitten zu begleiten.
akad. Psychotherapeutin in eigener Praxis, Teil eines Kriseninterventionsteams und ursprünglich diplomierte Krankenschwester auf einer neurologischen Stroke Unit.
Ich habe früh gespürt, wie eng Körper und Psyche verbunden sind.
In der Pflege habe ich gesehen, wie viel Schmerz entstehen kann, wenn niemand die Zeit hat zuzuhören.
Irgendwann hatte auch ich keine Zeit mehr, auf mich selbst zu hören. Ich habe nur mehr funktioniert.
Habe zu viel Verantwortung übernommen und ignorierte meine Grenzen, bis ich mich selbst nicht mehr gespürt habe.
Panikattacken und eine starke Erschöpfung waren mein “Stopper”.
Sie haben mich gezwungen hinzusehen. Nicht nur immer auf andere, sondern mal nur auf mich.
Ich begann, mich intensiv mit der Psyche zu beschäftigen. Zuerst, um mich selbst zu verstehen. Später, um anderen zu helfen.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn alles zu viel wird.
Wenn man stark wirkt, aber innerlich zerbricht.
Wenn man funktioniert, obwohl man kaum noch Kraft hat.
Heute begleite ich Menschen, die genau das erleben.
Menschen, deren Nervensystem überfordert ist.
Die nach außen vielleicht ruhig wirken, aber innerlich kämpfen.
Die lernen wollen, sich zu verstehen und sich selbst wieder zu vertrauen. Mein Wunsch ist, dass kein Mensch mit seinem Schmerz alleine bleiben muss.
Hinter jedem Symptom und jedem Schmerz steckt eine Geschichte, die darauf wartet, mit Mitgefühl gelesen zu werden.
Eigentlich komme ich aus der Pflege. Nach meinem Diplom am AKH Linz habe ich viele Jahre auf einer Neurologie (Stroke Unit) gearbeitet. Dort habe ich gelernt, was es bedeutet, wenn von einer Sekunde auf die andere alles Kopf steht und wie entscheidend es ist, in diesen Situationen und medizinischen Notfällen die Ruhe zu bewahren.
Parallel dazu begann dann schon mein Psychotherapiestudium: Über sieben intensive Jahre hinweg absolvierte ich das psychotherapeutische Propädeutikum in Linz sowie das personzentrierte Fachspezifikum an der Donau-Universität Krems. Es waren Jahre, die mich oft sehr gefordert, aber vor allem tief geprägt haben.
Ziemlich im Anschluss vertiefte ich meine Kompetenzen durch Weiterbildungen in der Krisenintervention. Dazu zählen unter anderem die Arbeit als Kriseninterventionsmitarbeiterin sowie spezialisierte Ausbildungen für die Betreuung von Einsatzkräften nach traumatischen Ereignissen, mobile Soforteinsätze und psychiatrische Ersteinschätzungen.
Seit 2017 arbeite ich jetzt in meiner eigenen Praxis und seit 2021 im Kriseninterventionsteam. Davor durfte ich wertvolle Erfahrungen in einer Gruppenpraxis sammeln und Familien in der ambulanten Therapie (TAF) begleiten. Auch die Zeit im Krisenzimmer bei Exit-sozial hat mir gezeigt, worauf es wirklich ankommt: Nicht nur zu therapieren, sondern zuzuhören, zu stabilisieren und einfach Halt zu geben.
Heute fließt all das zusammen – die medizinische Erfahrung aus der Klinik, die Schnelligkeit und Situationselastizität der Krisenintervention und die Tiefe der Psychotherapie. Ich liebe jede einzelne meiner Stationen, weil sie mich zu der Therapeutin gemacht haben, die ich heute bin.
Für mich ist dieser Beruf kein reiner Job. Es ist meine Berufung.
Persönliches
Ich lebe mit meinem Partner und unserem Sohn in Oberösterreich. Ich bin empathisch, humorvoll, kreativ und hochsensibel. Lange war das schwer für mich – heute weiß ich, wie ich mich schütze und wie viel Kraft in dieser Feinfühligkeit liegt.
In der Krankenpflege habe ich mir einen harten Schutzpanzer aufgebaut, weil ich nicht wusste, wie ich mit den belastenden Erlebnissen umgehen soll. Ich habe funktioniert, ohne hinzuschauen.
Durch meine Lehrtherapie hat sich etwas geöffnet. Ich bin weicher geworden, ehrlicher mit mir und achtsamer. Seit ich Mama bin, hat sich diese Feinfühligkeit noch vertieft. In Therapien berührt mich vieles schneller – und gleichzeitig bin ich klarer, weil ich meine Grenzen kenne und setze.
Das bringt mich näher zu mir und zu den Menschen, vor allem auch die, die ich begleite.
Ich freue mich, dass du hier bist und ich dich vielleicht auch ein Stück auf deinem Weg begleiten darf.